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Bürgerfunk aus Bochum



Menschenwürde mit Füßen getreten

Ordnung

Zerrissenheit und Rechthaberei
Stellen sie sich vor, in einem Land gäbe es eine ganz lockere Handhabe der Straßenverkehrsregeln. Bis jetzt wäre es in diesem Land nicht gelungen festzulegen, was auf den Straßen gilt. Rechts- oder Linksverkehr?

Treffen sich Verfechter der einen und der anderen Fahrweise auf der Autobahn, ist nicht schwer auszumalen was passiert. Es werden viele in diesem Chaos zu Schaden kommen!

Leonardo da Vinci versuchte seine Beobachtungen des Fluges der Vögel, auf ein von ihm konstruiertes Gerät zu übertragen. Auch wenn sein Versuch, die Funktion des Fliegens umzusetzen scheiterte, erkannte der geniale Ingenieur dennoch, wie vorbildlich die Natur ist. Fliegen allein ist schon ein Kunststück. Mit Ordnung und Gemeinsamkeit, lassen sich dabei sogar große Ziele erreichen. Eigentlich ganz einfach! - Die Vögel machen es dem Menschen vor.

Wo wollen wir hin? - In der Politik setzt man sich große Ziele. Doch jeder Staat geht gerne seine eigenen hoheitlichen Wege. Ein Kraftakt! Recht und Unrecht, Ordnung und Chaos wird daher sehr unterschiedlich definiert. Die Welten der differenten Rechtsempfindungen prallen immer wieder aufeinander. „Mein Recht wird mit Füßen getreten", wird zu oft gehört und zeigt mit welcher Gesinnung und Rücksicht vorgegangen wird.

Wir müssen nicht erst einen Blick in die Historie unseres Staates werfen und auf die Gräueltaten in den NS-Konzentrationslagern während des Zweiten Weltkriegs verweisen. Angriffe auf die Menschenwürde gab es auch schon vorher und nicht nur in Deutschland. Ob wir in die Vergangenheit oder in die Gegenwart blicken, fest steht: Die „Treppe der Demütigung und Entwürdigung“ ist lang und abgetreten. Sie führt heute nicht nur in die Krisengebiete oder auf Kriegsschauplätze. Sie wird gerne von patriotisch, chauvinistisch oder nationalistisch denkenden Personen benutzt.

Die menschliche Gesellschaft ringt mit sich um das Verständnis, wo die Grenzen für eine Rechtsgemeinschaft zu ziehen sind. Dabei verändern Staaten manchmal ihre Position, mehr nach rechts oder links. Zu guter Letzt, legt man sich souverän nach seiner Vernunft, seinem Wissen und Gewissen fest. Eine interessante Weltordnung auf unserem Planeten!

Der Versuch einer Kooperation, in einer Welt der Rechtsuchenden!

Man ist sich bewusst, es gibt individuelle Rechte, die es zu schützen gilt. Doch welche das sind, bestimmt jeder Staat für sich. So mauert man sich ein! Kontrovers darüber zu diskutieren, geht gerade noch, denn geredet wird gern - selbst über Menschenrechte!

Der Versuch, aus Fehlern zu lernen
Bereits 1776 fanden sich solche Rechte in der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung wieder. Mit dem Umsetzen der Menschenrechte tat man sich jedoch schwer. 1830 z.B. verabschiedete der amerikanische Kongress ein Umsiedlungsgesetz, um mit militärischer Gewalt 100.000 Ureinwohner aus ihrer Heimat in Reservate zu treiben.Tausende starben während der langen Märsche.

Unrecht Um dem historisch erfahrenen Unrecht eine Antwort geben zu können, formulierte man immer wieder Menschenrechte und versuchte sie auch rechtlich zu verankern. In Deutschland ist die Erinnerung an das NS-Unrecht und dem Holocaust noch präsent. In solchen Verbrechen sieht man einen wesentlichen Antrieb für die Formulierung internationaler Menschenrechte, die solche Untaten ein für alle Mal brandmarken und verhindern sollen.

Dazu gehören das Recht auf Leben, die Verbote der Folter, der Sklaverei und der Zwangsarbeit, die Rechte auf persönliche Freiheit und Sicherheit, Gedanken-, Religions-, Meinungs-, Versammlungs-, Vereinigungsfreiheit sowie justizbezogene Rechte (Gleichheit vor dem Gesetz, Unschuldsvermutung, faires Verfahren etc.). Weitere Beachtung finden die wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Menschenrechte, wie die Rechte auf und in Arbeit, auf soziale Sicherheit, Ernährung, Wohnen, Wasser, Gesundheit und Bildung. Jüngeren Datums versucht man Rechte auf Entwicklung, Frieden oder saubere Umwelt zu formulieren.

Trotz aller moralischen Bedenken gibt es keinen einheitlichen, ewigen, zeitlos gültigen "Katalog" der Menschenrechte. Als Unendliche Geschichte wird an diesem Katalog immer wieder nachgebessert. Schön wäre es, wenn Menschenrechte über Traditionen und Kulturen hinweg einen Grundbestand an Rechten, für jeden Menschen fixieren würden

Wir haben die Freiheit über Menschenrechte nachzudenken und wissen die Umsetzung dieser Rechte wird oft durch Argwohn erschwert. Manchmal verfällt man dem Gedanken, einige Staaten missbrauchen den Deckmantel der Menschenrechte, für ihre Macht- und Interessenpolitik.

Es ist schon erstaunlich, dass selbst die orthodoxen Kirchen Russlands, das Thema Menschenrechte nicht ausgrenzten. Von der Beschützerin der nationalen Identität Russlands, hätte man so viel Objektivität nicht erwartet. 2008 führte man eine Debatte zum Thema Menschenrechte. Man könnte meinen, es gibt dazu eine geschichtliche Parallele aus frühchristlicher Zeit. (Bibelbuch Apostelgeschichte 5:33-40) Denken nun die Patriarchen anders?

Heute wird deutlich, die Grenzen zwischen „Recht“ und „Moral“ erweisen sich in Russland, bei näherem Hinsehen unschärfer, als es den Anschein hat. Russlands Möglichkeiten sind bei weitem noch nicht erschöpft.

Christenverfolgung

Russland im Rückwärtsgang
Wir möchten an dieser Stelle kurz bei der Entwicklung einer wirr-lebendigen Situation in Taganrog, am Nordufer des Asowschen Meeres verweilen. Weil sich dort deutlich erkennbar ein Gesinnungswechsels offenbarte. Es begann mit kleinen böswilligen Attacken auf Jehovas Zeugen, einer religiösen Minderheit. Man stufte ihre Schriften dort als extremistisch ein. Auch ihre Königreichssäle wurden dort von der Polizei geschlossen. Beamte drangen in Privatwohnungen ein, um nach angeblich extremistischer Literatur zu suchen. Einzelpersonen wurden nun videoüberwacht, in dem Versuch, Anschuldigung gegen sie zu finden. Mit diesen Ereignissen 2009 began in Taganrog eine vom Staat unterstützte Deformierung, gegen Jehovas Zeugen.

Das Synonym für das Wort Deformierung wird z.B. mit: Normwidrigkeit, Abartigkeit, Abirrung, Abnormität, Abweichung, Irregularität, Missbildung, Ausnahme, Missverhältnis, Ungleichheit, Perversion, Anomalie wiedergegeben.

Jehovas Zeugen werden wieder in Russland verfolgt.

Seit dem Urteil des Obersten Gerichts der Russischen Föderation vom 8. Dezember 2009 gegen die Religionsgemeinde von Taganrog, haben Beamte im ganzen Land kurzerhand über 1600 Zeugen Jehovas festgenommen, sowie 70 ihrer Publikationen verboten, weil diese angeblich extremistisch seien. Lokale Polizeibeamte und Vertreter staatlicher Behörden führten über mindestens 170 Hausdurchsuchungen durch und störten oder sprengten immer wieder ihre Gottesdienste. In über 75 Fällen kam es darauf zu Übergriffen durch russische Bürger, in 62 Fällen zu Vandalismus (einschließlich Brandanschlägen auf Kirchengebäude) und in mehreren Fällen zu Diskriminierung durch Arbeitgeber und Lehrer.

Am 30 Juli 2014 verurteilte dann das Gericht im russischen Taganrog 7 der 16 bis dahin angeklagten Zeugen Jehovas aus Taganrog, weil sie friedliche Gottesdienste organisiert und besucht haben. Sie wurden allein wegen ihrer Religionsausübung angeklagt. Das Urteil schaffte damit einen Präzedenzfall, der eine ernste Gefahr für die Religionsfreiheit von Jehovas Zeugen in ganz Russland darstellte.

Der Richter verlas bei der Urteilsverkündung am 29. Juli 2014 den ganzen Tag über das 100 seitige Urteil und fuhr damit am Vormittag des 30. Juli fort. Er verurteilte vier Älteste zu Gefängnisstrafen von fünf bis fünfeinhalb Jahren sowie zu einer Geldstrafe von 100000 Rubel (ca. 2100€). Drei andere Zeugen Jehovas verurteilte er zu Geldstrafen von jeweils zwischen 50000 und 60000 Rubel (etwa 1050€ - 1260€). Alle Geldstrafen wurden erlassen, da die Ermittlungen und der Prozess die Verjährungsfrist schon überschritten hatten, und die Gefängnisstrafen wurden auf Bewährung ausgesetzt. Die übrigen 9 Zeugen Jehovas wurden freigesprochen. In der Urteilsbegründung berief sich der Richter auf das Urteil des Bezirksgerichts Rostow vom September 2009. Damals hatte das Gericht entschieden, die Rechtskörperschaft von Jehovas Zeugen in Taganrog aufzulösen.

Obwohl sich das Urteil von 2009 nur auf die Rechtskörperschaft bezog, war der Richter der Überzeugung, dass damit auch die Religionsausübung aller Zeugen Jehovas in Taganrog und den umliegenden Bezirken verboten worden war. Im Laufe des 15 monatigen Prozesses sagten alle Angeklagten aus, dass sie als Zeugen Jehovas ihren Glauben nicht aufgeben, sondern weiterhin ausüben werden. Das könnte für diejenigen, die schon verurteilt wurden, zu einer Inhaftierung als Wiederholungstäter führen. Die Verurteilten legten beim Bezirksgericht Rostow Berufung ein. Verfolgt man die Ereignisse in Taganrog weiter, wird deutlich von 2013 bis 2016 hatte sich nicht viel geändert. Es sind immer wieder Zeugen Jehovas, auf Berufung des Artikels 282.2 des Strafgesetzbuches, angeklagt worden.

Seit 2010 dürfen Jehovas Zeugen ihre weltweit bekannten Zeitschriften, Wachtturm und Erwachet, nicht mehr nach Russland einführen und verbreiten. Diese Zeitschriften tragen zur Verbreitung von biblischem Grundwissen bei. Der Wachtturm erscheint seit 1879 und setzt sich mit religiösen Irrlehren auseinander. Nun sind diese Christen in ihrer Informationsfreiheit bedeutend eingeschränkt.

Seit März 2015 ist ihnen generell untersagt religiöse Literatur nach Russland einzuführen. Seit Juli 2015 steht auch die offizielle Website von Jehovas Zeugen, unter Verbot. Wer in Russland via Internet nach Jehovas Zeugen sucht, steht unter Generalverdacht sich mit Extremisten einzulassen. Es gilt als Straftat, andere aufzufordern, die Website von Jehovas Zeugen zu besuchen.

Sollte man meinen, mehr Ironie geht nicht? Anfang 2016 stellte die Staatsanwaltschaft in Wyborg einen Antrag, die Bibel (Neue-Welt-Übersetzung der Heiligen Schrift), für „extremistisch“ erklären zu können.

Und die Repressalien gingen noch weiter. Die Behörden schränkten nicht nur die Meinungsfreiheit ein. Sie nahmen nun die Publikationen, die auf die Verbotsliste gesetzt wurden als Vorwand, um gegen die Rechtskörperschaften von Jehovas Zeugen zu ermitteln. Was bedeutete, Einzelne konnten nun wegen ihrer Religionsausübung strafrechtlich verfolgt werden.

Dieses Vorgehen hat Methode und ist wieder einmal bezeichnend für das orthodoxe Russland. Schamlos und skrupellos werden von russisch-orthodoxen Führern so Tatsachen geschaffen. Und Russland zeigt, seit dem 20.April 2017 sein entstelltes, vernarbtes Gesicht. Die Krallen religiöser Intoleranz haben diesem Land Narben versetzt. Nicht von Zeugen Jehovas, vor diesen friedliebenden Christen muss man sich nicht fürchten. Politische und orthodoxchristliche Interessen kommen hier zum Zuge. Jehovas Zeugen mögen christliche Glaubenslehren streng ausleben, aber sie sind niemals mit den Terroristen des IS zu vergleichen, so wie es unterschwellig verbreitet wird! Wie leicht lässt sich durch populistische Manipulationen Gut in Böse wandeln? Wo wird das enden?

Die neue Welt
Einem Sieg setzt man gerne ein Denkmal, auch wenn viele Oper notwendig waren. Die eigentlichen Siege, werden aber nicht auf den Schlachtfeldern errungen. Sie haben etwas mit Ethik, Vernunft und Menschlichkeit zu tun, einem Talent, das wir Menschen fördern sollten. Auch dabei ist Opferbereitschaft notwendig. Denkstrukturen sind zu fördern, die das friedliche Miteinander ermöglichen. Diese Bildung und Erziehung zum Frieden sollte Zuhause beginnen, in der Kindheit, in der Familie.

Arme, wehrlose und verletzliche Menschen gibt es überall. Der Umstand muss nicht unbedingt von ihnen als Beeinträchtigung der Menschenwürde empfunden werden. Die Frage ist jedoch, wie ordnen ihre Mitmenschen sie ein? Verletzt wird die Würde eines Menschen erst durch die rücksichtslose, provokative Einstellung und Reaktion anderer. Ausdrücke wie „nichts wert“ oder „nicht anders verdient“, werden leider zu gerne benutzt. So wird der Boden für Feindschaft und Hass bereitet.

Warum demütigen Menschen einander?

Hoffnung „Wir müssen eine neue Welt schaffen — eine weit bessere Welt —, in der das unabänderliche Recht auf Schutz der Menschenwürde geachtet wird“ (US-PRÄSIDENT HARRY TRUMAN, San Francisco, Kalifornien, 25. April 1945).

Menschen, die an eine bessere Welt glauben, werden verfolgt. Jesu lehrte seinen Jüngern Nächstenliebe, machte praktikable Vorschläge in der bekannten Bergpredigt, um glücklich zu werden. Er legte den Grundstein für eine neue Welt. Jesu Nachfolger, Christen (Jehovas Zeugen) halten seine Gebote, dafür werden sie von manchen kritisiert, verspottet oder sogar gehasst (Bibelbuch Matthäus 10:22). Gelegentlich verbreiten auch die Medien gezielt Falschinformationen oder unterstützen Hetzkampagnen (Bibelbuch Psalmen 109:1-3). Das hindert sie jedoch nicht daran, auf der ganzen Erde mutig die gute Botschaft vom Reich Gottes zu verkündigen.

Kann der Mensch aus den Fehlern der Vergangenheit lernen und „eine neue Welt“ schaffen, in der die Menschenwürde aller geachtet wird? Leider zeichnet die jüngste Geschichte ein anderes Bild. Das „unabänderliche Recht auf Schutz der Menschenwürde“ wird nach wie vor mit Füßen getreten.

Es ist immer gut zu wissen, dass alles seine Zeit hat. Es ist immer Zeit für Menschlichkeit!

Schreiben Sie uns Ihre Meinung!
M.Dziapko 2017

Quellen: ReutersJehovas ZeugenMenschenrechte


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